Bauchstraffung (Bauchdeckenplastik, Abdominolipektomie)

Viele Frauen und Männer haben das Problem, daß ihre Körpermitte nicht zu den übrigen Körperteilen paßt. Manche kämpfen über Jahre mit sportlicher Aktivität und diätetischen Maßnahmen gegen diese körperliche Disharmonie an. Selbst wenn irgendwann, mit viel Mühe und Selbstdisziplin, die Gewichtsreduktion geschafft ist, enttäuscht die durch die jahrelange Überdehnung erschlaffte, faltige Haut, die sich als völlig therapieresistent erweist.

Junge Frauen leiden häufig unter ihrer schlaffen und faltigen Bauchhaut mit mehr oder weniger ausgeprägtem Hautüberschuß und Schwangerschaftsstreifen nach einer oder mehreren Schwanger- schaften. Meistens ist auch die Bauchmuskulatur erschlafft und die geraden Bauchmuskeln weichen auseinander (Rektusdiastase). Hautüberschuß, wie auch die durch die Schwangerschaft entstandene Muskellücke in der Mitte des Bauches, lassen sich oft durch sportliche Aktivität und intensive Hautpflege nur bedingt beeinflussen.

Die erschlafften Bauchdecken werden zu einem psychischen Problem, dass nicht nur das Selbstwertgefühl und die Sexualität negativ beeinflusst, sondern auch das soziale Leben einschränkt.

Bei manchen Menschen verbleibt nach allgemeiner Gewichtsreduktion eine deutliche Fettschürze im Unterbauch, ein Hängebauch, der nicht nur unschön aussieht, sondern meistens die Beweglichkeit behindert. Zwischen den aufeinanderliegenden Hautschichten bilden sich oft chronische Entzündungen. Vorhandene Operationsnarben im Bauchbereich führen häufig, besonders nach Gewichtsver- änderungen, zu Deformierungen der Bauchwand, die dazu zwingen unvorteilhafte, weite Kleidung zu tragen.

Wie wird eine Bauchstraffung durchgeführt?

Die Operationstechnik ist abhängig vom Ausmaß des Hautmantels, der Fettschürze, dem Zustand der Muskulatur und der Hautqualität.

Bei der klassischen Bauchdeckenplastik entsteht eine relativ lange Narbe im Unterbauch, die aber der jeweiligen Figur angepasst wird, so daß sie durch Unterwäsche oder Badebekleidung verdeckt wird. Die gesamte Hautfettschicht, von der Schamhaargrenze bis oberhalb des Nabels, wird hierbei entfernt und meistens bis zum Rippenbogen von der Muskulatur losgelöst. Der Nabel wird umschnitten, um dann in seiner neuen, ursprünglichen Position in der heruntergezogenen Haut wieder eingenäht zu werden. Nachdem die geraden Bauchmuskeln in der Mittellinie gestrafft wurden (Fasziendopplung) werden überschüssige Haut und Fettgewebe entfernt und die Bauchhaut gestrafft.

Zusätzlich führen gleichzeitige Fettabsaugungen an Bauch, Hüfte und Flanken oder Oberschenkeln zu einer besser proportionierten Körper- silhouette.

Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose, der stationäre Aufenthalt beträgt 1-2 Tage in der Privatklinik.

Muss immer eine klassische / komplette Bauchdeckenplastik durchgeführt werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen, besonders bei straffem Oberbauch und kleiner Bauchfettschürze oder erschlaffter Haut im Unterbauchbereich, kann der Nabel in seiner Position bleiben. Dann wird nur ein Teil der Hautfettschürze unterhalb des Nabels entfernt und kleine Fettdepots abgesaugt. Diese Operation wird häufig ambulant in Lokalanästhesie oder in Dämmerschlafnarkose durch- geführt.

Bei der Operation in Allgemein- oder Dämmerschlafnarkose berät und untersucht Sie die Narkoseärztin vor der Operation und betreut Sie auch während des gesamten Eingriffes. 

Welche Komplikationen können auftreten?

Die Komplikationen sind selten und meistens für ein dauerhaft gutes Ergebnis nicht von Bedeutung. Bluterguß und Schwellung, meist verstärkt durch zusätzliche Fettabsaugung, gehen schnell zurück. Ein Taubheitsgefühl der Haut ist normal und je nach Ausdehnung des Hautschnitts und der Wundfläche individuell ausgeprägt, vergeht aber nach einiger Zeit von selbst. Wundheiltungsstörungen und Flüssigkeitsansammlungen treten, wenn auch insgesamt sehr selten, bei fettleibigen (adipösen) Menschen, Diabetikerin und Rauchern häufiger auf.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Bei jeder Bauchstraffung wird nach der Operation eine vorher angepasste Miederhose angezogen, die je nach operativen Aufwand 3-6 Wochen Tag und Nacht getragen werden muß. Sie sollten sich nach der Operation körperliche Ruhe gönnen. In Abhängigkeit von der körperlichen Belastung können Sie, je nach operativem Aufwand, nach 1-2 Wochen ihre berufliche Tätigkeit wieder ausüben. Sportliche Aktivitäten und Sauna sind nach 6-8 Wochen wieder möglich.

Entscheidung zur Operation

Wenn Sie sich für diese Operation interessieren, bedenken Sie, dass diese Ausführungen sehr allgemein gehalten sind und nur als erste Information dienen. In einem ausführlichen Beratungsgespräch kläre ich Sie ganz individuell über die Möglichkeiten und die Durchführung des Eingriffes auf. Ich bespreche mit Ihnen alle typischen Risiken und Folgen der Operation, wie auch mögliche Alternativen.