Behandlung der Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen, Hyperhidrosis)

Schwitzen ist eine normale Funktion des Körpers und dient der Regulierung des Wärmehaushaltes. Der Mensch besitzt ca. 2 Millionen Schweißdrüsen, die in den Achseln, der Handinnenflächen und den Fußsohlen ihre höchste Dichte haben. Die Schweißdrüßen sitzen in der Haut, am Übergang zum Unterhautfettgewebe und werden durch das sog. vegetative Nervensystem gesteuert.

Bei ca. 1% der Menschen arbeitet dieses System auf einem zu hohen Niveau, weit höher als notwendig um die Körpertemperatur konstant zu halten. Die Ursache dieser primären, sog. idiopathischen, Hyperhidrosis ist nicht bekannt. Sie tritt aber häufig schon in der Pubertät auf und ist nicht selten familiär gehäuft. Am stärksten ist sie in den Achseln, den Handinnenflächen und den Fußsohlen ausgeprägt. Das übermäßige Schwitzen ist bei diesen Menschen schon meistens in Ruhe sichtbar, verstärkt sich dann bei Stress, Nervosität, Aufregung und körperlicher Anstrengung.

Durch das feuchte Milieu der Haut sind diese Menschen besonders auffällig für Virus-, Bakterien- und Pilzinfektionen an den betroffenen Hautarealen. Das übermäßige Schwitzen führt bei vielen Menschen zu erheblichen psychischen und sozialgesellschaftlichen Problemen.

Kann man die Hyperhidrosis behandeln?

Bei der sog. sekundären Hyperhidrose muß die Erkrankung, die das übermäßige Schwitzen verursacht behandelt werden (z.B. Schildrüsenüberfunktion, andere hormonelle Erkrankungen, Bluthochdruck oder Infektionen).

Bei der sog. primären Hyperhydrose, die z.B. durch Entspannung, leichte Kleidung, Vermeidung von Alkohol und Kaffee nicht reduziert oder beseitigt werden kann, gibt es nicht-operative und operative Verfahren.

Behandlung mit Botulinumtoxin A

Diese nicht-operative Methode eignet sich zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen auf der Stirn, in den Achseln, an den Händen und an den Füßen. Die Wirkung tritt individuell innerhalb weniger Tage ein und hält individuell 3-4 Monate, manchmal auch länger. Nach der 2. Injektion, die am besten dann erfolgt, wenn das Schwitzen wieder anfängt, hält die Wirkung ca. 6-8 Monate. Man geht in der Regel von drei Injektionen in zwei Jahren aus.

Das übermäßige Schwitzen in den behandelten Bereichen kann stark vermindert  oder vollständig gestoppt werden. Wiederholungs- behandlungen sind unbegrenzt möglich.

Bei der Injektion von Botulinumtoxin A in die Achseln werden in der Regel keine Nebenwirkungen beobachtet. In anderen Bereichen sind sie extrem selten und auch von individuellen Faktoren abhängig, die in einem Beratungsgespräch ausführlich erläutert werden.

Durch die Behandlung mit Botulinumtoxin A wird nicht nur die übermäßige Schweißproduktion gedrosselt, auch der unangenehme Körpergeruch an den Achseln verschwindet, wodurch die Lebensqualität subjetiv und objetiv erheblich verbessert wird. 

Was ist Botulinumtoxin A?

Botulinumtoxin A ist ein von Bakterien produziertes Protein und wird seit Jahrzehnten in der Augenheilkunde und der Neurologie eingesetzt. Es hemmt die Überleitung ganz bestimmter Nervenimpulse (siehe auch Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin A).

Durch minimale, hochverdünnte Einzelinjektionen in die Haut werden die dort sitzenden Schweißdrüsen erreicht und die Schweißproduktion blockiert. Da es sich nur um flächenmäßig kleine Areale handelt, in denen das Schwitzen verhindert oder reduziert wird, können Sie weiterhin durch Schwitzen Ihre Körpertemperatur konstant halten. Auch kommt es nicht, wie manchmal nach operativen Verfahren beobachtet, an anderen Körperstellen zu kompensatorischem Schwitzen.

Absaugen der Schweißdrüsen in den Achseln

Ähnlich wie beim Fettabsaugen können die Schweißdrüßen in den Achseln operativ reduziert werden. Durch Infiltration einer speziellen Flüssigkeit, die nicht nur eine Blutung verhindert, wird das Absaugen der Schweißdrüsen mit speziellen Kanülen erleichtert. Da die Schweißdrüsen in den unteren Hautschichten, am Übergang zum Unterhautfettgewebe liegen, kann es hierbei, bei allzu aggressiver Vorgehensweise zu Vernarbungen und Hautschrumpfungen kommen. Bei sehr schonender Absaugung kann es dagegen häufig zu unzureichender Reduzierung des Schwitzens kommen. Durch zusätzliches Auskratzen (Kürretage) kann die Wirkung des Absaugens verstärkt werden. Nach dem Eingriff, der in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt wird, muß für ca. 2-4 Wochen die Achsel durch entsprechende Kleidung komprimiert werden.